Flaschenpost

Heute morgen
eine Nachricht von dir.
Kaum mehr zu entziffern
die gestammelten Zeilen,
die flehende Bitte aber,
stumm schreit sie heraus:

„Lass mich nicht hier
umspült von der Einsamkeit
verschmachten!
Totgeschwiegen, ruhig gestellt, vergessen.
Ein paar Worte nur,
bring sie mir doch
persönlich vorbei!

Du siehst ja,
wie die Hände
mir nicht mehr gehorchen,
und die Füße,
sie taugen nicht mehr zur Flucht.
Geschoben, gefüttert, gewaschen –
es gibt kein Entrinnen

Unsere Gespräche aber,
wenn sie auch mühsam werden,
sie halten noch zurück
– verzweifelten Sandsäcken gleich –
die stetig schwellenden Fluten
des Schweigens ringsum.“

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